Was willst du privat zur Verfügung haben?
Wunschgehalt, fixe und variable Kosten deines Business, Steuern (privat und Business), Vorsorge und Rücklagen ergeben zusammen den Gewinn, den dein Business für dich erwirtschaften muss.
Was nicht gemeint ist: dein Bruttoeinkommen, dein Umsatz, dein Gewinn. Auch nicht der Betrag, der aktuell entnommen wird. Das ist oft der Ist-Zustand, nicht das Wunschgehalt.
Voreingestellt sind 19 % als orientierender Richtwert. Dein tatsächlicher durchschnittlicher Steuersatz ist individuell und hängt von Einkommensgröße, Familienstand und Bundesland ab. Wenn du unsicher bist, frag deine Steuerberatung.
Wenn du privat krankenversichert bist: dein Beitrag ist unabhängig vom Einkommen. Trag den aktuellen Jahresbeitrag aus deinen Unterlagen ein.
Wenn du freiwillig gesetzlich versichert bist: dein Beitrag richtet sich nach deinem Gewinn. Trägst du hier nur den heutigen Beitrag ein, fällt er bei steigendem Gewinn zu niedrig aus. Plane vorsorglich einen höheren Beitrag mit ein, der zu deinem geplanten Gewinn passt.
Belastbarer Einstieg: Schau auf deine letzten Beitragsabrechnungen und summiere die zwölf Monatsbeiträge.
Rücklagen: für Unvorhergesehenes wie Reparaturen, Auftragsausfälle oder Krankheit. Und für Investitionen, die du schon ahnst, etwa in Software, Technik oder Weiterbildung. Damit dein Business Schwankungen und planbare Ausgaben aushält, ohne dass dein Gehalt darunter leidet.
Gewinn für Wachstum: bewusst geplanter Überschuss als finanzielles Polster für den Unternehmensaufbau. Damit du Eigenkapital aufbaust, das deinem Business langfristig Stabilität gibt.
Beides wird hier in einem Wert zusammengefasst. Ein üblicher Einstieg sind 10 %, je nach Risikoprofil und Wachstumsplänen kann der Wert höher liegen.
Was kostet dein Business unabhängig von Aufträgen?
Alles, was monatlich oder jährlich abgeht, egal wie viele Aufträge du hast.
Was nicht zählt: einmalige Anschaffungen wie Hardware oder Möbel. Auch nicht direkt projektbezogene Kosten, die gehören in „variable Kosten" weiter unten.
Weg 1 (empfohlen): über deine BWA. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung zeigt deine betrieblichen Kosten auf einen Blick. Schnell und sauber.
Weg 2: über deine Kontoauszüge. Falls du keine BWA nutzt, gehe die letzten zwölf Monate durch und addiere alle laufenden Ausgaben. Etwas aufwendiger, funktioniert aber auch ohne Buchhaltungssystem.
Was geht von jedem Euro Umsatz wieder ab?
Der Anteil deines Umsatzes, der pro Auftrag direkt als Kosten abfließt. Externe Zuarbeit, Material, Transaktionsgebühren, Druck.
Bei Dienstleistungen: auftragsbezogene Fahrt- oder Reisekosten, externe Leistungen wie Grafik oder Text, Transaktionsgebühren bei Zahlungsanbietern, Verbrauchsmaterial für ein bestimmtes Projekt.
Bei Produkten oder Handel: Wareneinkauf, Materialkosten, Verpackung, Versand, Verkaufsgebühren bei Plattformen wie Etsy.
Belastbarer Einstieg: drei typische Aufträge der letzten Monate durchrechnen, durchschnittlichen Prozentsatz bilden, eintragen.